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AUTORENPORTRAIT: GUS VAN SANT

Gus Van Sant, ein Schüler des legendären b-Picture-Königs Roger Corman, gehört wie Jim Jarmusch und Spike Lee zur Generation des neuen US-Independent-Kinos. Mit seinen Erfahrungen als Werbefilmer und der Auseinandersetzung mit den Schattenseiten der amerikanischen Gesellschaft erregt er 1985 mit seinem Debütspielfilm Mala Noche international Aufmerksamkeit. Seither gilt er als Spezialist für Filme über unangepasste Jugendliche und junge Erwachsene.

Als Teil einer umfassenden Gus-Van-Sant-Werkschau, die vom 1. November bis am 1. Dezember im Kino Kunstmuseum stattfindet, präsentiert QUEERSICHT die «einschlägigsten» Filme des schwulen Regisseurs. Dabei handelt es sich bei allen Vorführungen um besondere Raritäten. Van Sants bislang grösster Kinoerfolg, My Own Private Idaho, ist kaum mehr auf der grossen Leinwand zu sehen. Sein erster Langspielfilm, Mala Noche, wurde vor Jahren in der französischen Schweiz reeditiert, schaffte aber bislang den Sprung über den Röschtigraben nicht. Die ganz frühen filmischen Experimente des U.S.-Independent-Regisseurs werden ebenso vorgestellt, wie eine seiner unzähligen «Nebenbeschäftigungen»: Für Wild Tigers I Have Known, der als Schweizer Kinopremiere gezeigt wird, zeichnet Gus Van Sant als ausführender Produzent.

Alle Vorführungen auf www.kinokunstmuseum.ch.

Mala Noche

USA 1985 / OV / UT: FRANZÖSISCH / 35MM / 80 MIN.
REGIE: GUS VAN SANT

SA 8. NOV. / 20.30 UHR / KINO KUNSTMUSEUM
SO 9. NOV. / 15.30 UHR / KINO KUNSTMUSEUM
MO 10. NOV. / 18.00 UHR / KINO KUNSTMUSEUM

Walt betreibt in einem heruntergekommenen Viertel von Portland, Oregon, einen kleinen Quartierladen. Eines Tages lernt er im Laden den Strassenjungen Johnny kennen, einen illegalen mexikanischen Einwanderer. Walt nimmt ihn und seinen Kollegen Pepper bei sich auf, und bietet ihnen Essen, ein Auto und Geld. Von schwulen «Putas» halten die beiden Latino-Kids aller dings nichts… Gus Van Sant beschreibt fragmentarisch und mit expressiven Schwarzweissbildern die Stationen dieses Aussenseiterleidensweges.

Der Vorfilm: Five Ways to Kill Yourself liefert einen bissigen, ironischen Kommentar zur Auswegslosigkeit des Lebens und fünf pragmatische Lösungen, um ihr zu entfliehen.

Five Ways to Kill Yourself / 16mm / 4 Min. / Regie: Gus Van Sant




My Own Private Idaho

USA 1991 / OV / UT: DEUTSCH, FRANZÖSISCH / 35MM / 100 MIN.
REGIE: GUS VAN SANT

SA 8. NOV. / 18.00 UHR / KINO KUNSTMUSEUM
MO 10. NOV. / 20.30 UHR / KINO KUNSTMUSEUM

Mike ist auf der Suche nach seiner Mutter, Scott auf der Flucht vor dem väterlichen Einfluss. Beide schlagen sich als Stricher durch das provinzielle Portland. Scott kümmert sich liebevoll um seinen Kumpel, wenn dieser einen seiner heimtückischen Schlafanfälle hat. Als Scott schliesslich sein bürgerliches Erbe antritt, zerbricht die innige Beziehung der beiden.

Mit eindringlicher Poesie folgt Van Sant Mike auf eine Reise, die den Jungen aus der Liebesbeziehung mit Scott zurück auf die Strasse – sein wahres Zuhause – wirft.

Im Vorfilm Ken Death Gets out of Jail zeichnet ein eben aus dem Gefängnis entlassener Jugendlicher in einem fiktiven Interview ein düsteres Bild seiner Perspektive.

Ken Death Gets Out Of Jail / 16mm / 5 Min. / Regie: Gus Van Sant




Wild Tigers I Have Known

USA 2006 / OV / UT: DEUTSCH / 35MM BZW. 16MM / 81 MIN.
REGIE: CAM ARCHER

SO 9. NOV. / 18.00 UHR / KINO KUNSTMUSEUM
DI 11. NOV. / 21.00 UHR / KINO KUNSTMUSEUM

Der introvertierte Logan hasst die Mittelschule. Er kriegt dort jeden Tag zu spüren, dass er «anders» ist. Seine Zuflucht sind Tagträume, in denen wilde Tiere und andere Jungs zu seinen Gefährten werden. Logan verliebt sich in den coolen Aussenseiter Rodeo und findet einen Weg, ihn zu seinem Freund zu machen.

Mit seiner Teenager-Studie, von Gus Van Sant produziert, hat Cam Archer einen faszinierenden Debütfilm geschaffen. Eine mit hypnotischen bildern und einem elektrostatisch aufgeladenen Soundtrack über die Langeweile des normalen Lebens und die Freiheit der Fantasie.

Im Filmessay My New Friend, wartet ein junger Mann auf den Anruf eines anderen, dessen Bekanntschaft er eben erst gemacht hat.

My New Friend / 5 Min. / Regie: Cam Archer