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RETROSPEKTIVE OSTEUROPA
Aufgrund der diesjährigen Überschwemmung des Matte-Quartiers in Bern kann die QUEERSICHT-Retrospektive Osteuropa nicht wie gewohnt in der Cinématte durchgeführt werden. Als Zeichen der Solidarität geht der ganze finanzielle Gewinn aus unserer Retrospektive an die Cinématte.
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Oberst Redl
UNGARN/BRD/ÖSTERREICH, 1984 | OV DEUTSCH, 35MM, 144 MIN.
REGIE: ISTVAN SZABO
SO 13. NOV. | 18.15 UHR | GASKESSEL
MO 14. NOV. | 18.15 UHR | GASKESSEL
Die österreich-ungarische Monarchie in den letzten Jahren vor dem Ersten Weltkrieg: Alfred Redl, aus einer ukrainischen Eisenbahnerfamilie stammend, macht Karriere in der Armee. Istvan Szabos Film porträtiert den psychologischen Hintergrund dieser steilen Karriere. Bereits als Junge preist Redl den Kaiser in einem Gedicht, und als Offizierskadett nimmt er lieber an einer Feier zu Ehren des Herrschers teil als am Begräbnis seines Vaters. Gefühlskalt konzentriert er seine Ambitionen darauf, den Herrschenden zu dienen. Seine Ergebenheit wird ihm aber zum Verhängnis. Er erkennt zu spät, dass er in die Falle eines vom Thronfolger selbst initiierten Komplotts getappt ist. Aufgrund seiner Homosexualität wird er zur Spionage genötigt, mittels fingierter Beweise zum Sündenbock bei der Schaffung eines kriegsbereiten Klimas.
Erhielt in Cannes den Grossen Preis der Jury. 1985 nominiert für: Oscar, Goldene Palme, Golden Globe
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Tausendschönchen (Sedmikrasky)
TSCHECHOSLOWAKEI 1966 | OV TSCHECHISCH MIT DT. UT, 35MM, 76 MIN.
REGIE: VERA CHYTILOVÁ
SO 13. NOV. | 21.15 UHR | GASKESSEL
MO 14. NOV. | 21.15 UHR | GASKESSEL
Weiblicher Hedonismus im real existierenden Sozialismus: Die beiden Material Girls Marie I und Marie II sehen die Welt als verdorben an und beschließen, genauso verdorben zu sein. «Nichts schadet, Hauptsache, man amüsiert sich», lautet ihr Lebensmotto. Und so fressen und betrügen sie sich durch diese amüsante und sublim lesbische Komödie, die zum Kultfilm der 1968er-Bewegung in der Tschechoslowakei wurde. Die als hochexplosiv empfundene Offenherzigkeit, welche zum Verbot des Films führte, ermöglichte auch seine hymnische Verehrung während des Prager Frühlings.
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Der andere Blick (Egymasra Nezve Ölelkezö Tekintetek)
UNGARN 1982 | OV UNGARISCH MIT DT. UND FRANZ. UT, 35MM, 107 MIN.
REGIE: KAROLY MAKK
FR 11. NOV. | 18.15 UHR | GASKESSEL
SA 12. NOV. | 21.00 UHR | GASKESSEL
Eine engagierte ungarische Journalistin deckt rücksichtslos politische Missstände auf und bekennt sich ebenso vorbehaltlos zu ihrer Liebe zu einer verheirateten Kollegin. Vor dem Hintergrund des Ungarn-Aufstands angesiedelt, versucht dieser ambitionierte und hervorragend gespielte Film aufzuzeigen, dass Toleranz eine unabdingbare Voraussetzung für Freiheit im politischen und privaten Leben ist.
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Coming Out
DDR 1989 | OV DEUTSCH MIT ENGL. UT, 35MM, 110 MIN.
REGIE: HEINER CAROW
FR 11. NOV. | 21.00 UHR | GASKESSEL
SA 12. NOV. | 18.15 UHR | GASKESSEL
Philipp Klarmann, ein junger Lehrer, übernimmt seine erste Klasse und verliebt sich in eine Kollegin. Doch als sie ihm einen Freund vorstellen will, kommt es zur Katastrophe: es ist Philipps Jugendliebe. Alte, längst verdrängte Erinnerungen tauchen wieder auf, und Philipp muss sich mit dem Gedanken auseinandersetzen, vielleicht doch schwul zu sein. Im verrückten Trubel der Verkleidungen in einer Faschingsnacht kommt es zum Showdown. Philipp verliert beide – seine Frau und seinen Lover. Doch eines hat er gewonnen: sein «Coming Out».
Der Film von Heiner Carow ist nicht nur der erste «schwule» Film der DDR, sondern auch der erste Film, in dem die massive Ausländerfeindlichkeit und der hohe Anteil neofaschistischer Tendenzen offen behandelt wird. Er ist aber vor allem auch ein Zeitdokument aus einer Ära, die mit dem Mauerfall zu Ende ging. Nach der Uraufführung von «Coming Out» in Ostberlin am 9. November 1989 (!) gingen die Besucher über die geöffneten Grenzübergänge in den Westen...
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